St. Annenhaus Goslar

Glockengießerstraße 65

Die in einem Garten nahe der Abzucht gelegene St. Annenkapelle ist ein anschauliches Beispiel eines mittelalterlichen Spitals. 1494 von der Familie Geismar gegründet, wurde es St. Anna und Gertrud geweiht. Erst im Jahr 2002, mit dem Tod der letzten Bewohnerin, wurde das Kleinod als Alterswohnsitz aufgelöst.

Der Fachwerkbau wurde im Osten durch einen massiven dreiseitigen Chor ergänzt. Die 1671 erneuerte Diele bildet mit dem Kapellenraum eine Einheit und wird auf drei Seiten von den Herbergsstuben gefasst. Augenfällig im Inneren ist die barocke Ausmahlung von 1713. Aus der selben Epoche stammen auch der Schnitzaltar von Jobst Heinrich Lessen und die raumteilenden Schranken. Westlich des Kirchenraums schließt der Küchentrakt mit gut erhaltener Feuerstelle und Rauchfang an. In diesem Bereich sind noch die Reste einer romanischen Kemenate erhalten, worauf ein Rundbogenfenster in der Nordwand hinweist.

Von der Ausstattung der Kapelle sind besonders drei hölzerne Kruzifixe aus dem 13., 14. und 16. Jahrhundert und das gotische Margaretentuch hervorzuheben. Auf der ca. 3m x 1,50m großen Stickerei ist das Leben der Heiligen Margarete in 32 Szenen dargestellt.

Weitere Projekte