Schloss Fallersleben
Wolfsburg, Niedersachsen
Das ehemalige Schloss Fallersleben liegt im gleichnamigen Stadtteil von Wolfsburg. Eine Kirche in Fallersleben wird bereits 942 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert war der Ort im Besitz der Grafen von Wohldenberg. 1381 gelangte Fallersleben schließlich an den Herzog von Braunschweig-Lüneburg.
Eine ältere Burg wurde in der Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 bis 1523 zerstört. Herzog Franz von Braunschweig und Lüneburg, der auch das Schloss Gifhorn errichten ließ, begann daraufhin mit dem Neubau. Er verstarb jedoch bereits im Alter von 41 Jahren, noch bevor der Bau vollendet werden konnte. Seine Witwe, Herzogin Clara von Sachsen-Lauenburg, führte den Bau fort und vollendete ihn 1551. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage zerstört und musste wieder aufgebaut werden. 1669 wurde das Schloss Sitz des Ersten Beamten, später bis 1855 herzoglicher Amtssitz.
Ursprünglich war das Schloss eine U-förmige, von einem bis zu elf Meter breiten Wassergraben umgebene Anlage. Von den einst drei Flügeln blieb nur der rund vierzig Meter lange, zweigeschossige Westflügel in Fachwerkbauweise erhalten. Im Innenhof steht bis heute der oktogonale Treppenturm. 1896 kaufte die Stadt Fallersleben das Schloss und nutzte es zunächst für Wohnzwecke, später als Rathaus. Zwischen 2001 und 2002 stießen Archäologen bei Grabungen auf den ehemaligen Wassergraben sowie auf Fundamente der Vorgängeranlage.
Im Inneren des erhaltenen Westflügels sind ein Gewölbekeller, Graumalereien sowie barocke Stuckdecken bemerkenswert. Im Erdgeschoss beherbergt das Schloss seit 1991 das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum zur Geschichte deutscher Dichtung und Demokratie im 19. Jahrhundert. Namensgeber des Museums ist August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der 1798 im Ort geboren wurde und später den Text des Deutschlandliedes verfasste. Gemeinsam mit der Michaeliskirche und dem Alten Brauhaus bildet das Schloss ein historisches Ensemble am Schlossteich.
Lage: Schlossplatz, Wolfsburg-Fallersleben; im Ensemble mit Michaeliskirche und Altem Brauhaus am Schlossteich
52,41712° N, 10,71632° O
Bauzeit/Bauphasen: Vorgängerburg 1371 erwähnt, 1519–23 zerstört; Neubau ab um 1550, fertiggestellt 1551; Treppenturm A. 17. Jahrhundert; Barocktreppe 1778
Baustil: Renaissance
Bauherr: Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg († 1549); vollendet unter Herzogin Klara von Sachsen-Lauenburg als Witwensitz
Gebäudestruktur: Langgestreckter Fachwerkbau mit Schnitzverzierungen und polygonalem Treppenturm an der Ostseite
Besonderheiten: Ausmalungsbefunde seit dem 16. Jahrhundert; Holzschnitzereien und Stuckdecken; ehemals von Wassergraben umgeben; Fallersleben ist der Geburtsort des Dichters Hoffmann von Fallersleben
Heutige Nutzung: Hoffmann-von-Fallersleben-Museum, Standesamt und Veranstaltungsort
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aus Wolfsburg

Sándor Kotyrba
Sándor Kotyrba