Westerburg
Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt
Die Westerburg gilt als bekannteste Wasserburg im Harzvorland. Ihre malerische Lage, die erhaltenen Wassergräben und der gepflegte Zustand machen die Niederungsburg zu einem beliebten Ausflugsziel.
Bevor die Burg 1052 in den Besitz des Bistums Halberstadt gelangte, befand sie sich im Besitz der Harzgrafen. Ab 1180 war sie ein Lehen der Regensteiner Grafen. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Burg mehrfach den Eigentümer, geriet 1648 mit Halberstadt an Brandenburg (später Preußen) und wurde 1813 zur Domäne. Um 1600 ließ der Burgamtmann Peregrinus Hühnerkopf zahlreiche Frauen aus Rohrsheim als Hexen verbrennen.
Die Westerburg veranschaulicht anschaulich die Aufbau- und Verteidigungsstrukturen einer Wasserburg. Sie besteht aus einer quadratischen Kernburg und einer ovalen Vorburg, die von zwei Wassergräben umgeben sind. Ein Teil des inneren Grabens westlich der Kernburg ist verlandet, zwischen den Gräben verläuft ein Wall.
Der Zugang erfolgt von Norden und wird durch zwei Tore gesichert. Das äußere, freistehende Torhaus zeigt ein Spitzbogenportal außen und eine Fachwerkfassade innen. Das innere Tor ist in die Ringbebauung der Vorburg integriert, möglicherweise befand sich einst ein Turm darüber. Die Vorburg wird von mächtigen Bruchsteinmauern umschlossen. Im Hof stehen Wirtschaftsgebäude mit Fachwerkfassaden aus späteren Bauperioden, Blickfang ist ein Taubenturm aus dem 18. Jahrhundert mit achteckigem Fachwerkstock auf rundem Bruchsteinschaft.
Die Kernburg schließt westlich an die Vorburg an. Der markante, kreisrunde Bergfried auf der Trennmauer stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert (Romanik) und wurde im Spätmittelalter erhöht. Der ursprüngliche Zugang befand sich über 12 m Höhe. Um 1300 wurde die übrige Kernburg mit ihrem fast quadratischen Grundriss neu errichtet. Hauptgebäude ist der Palas an der Westflanke mit vier Geschossen und dem Rittersaal, der Südflügel beherbergt die Burgküche mit wuchtigem Kamin und Kreuzgratgewölben.
Die Wohn- und Repräsentationsbauten wurden im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance umgestaltet, wovon Fensterrahmungen, Treppenturm und Nordflügel-Erker zeugen. Das Treppenturmportal ist mit Pilastern gerahmt und durch Wappenaufsätze verziert. Am Südgiebel des Palas sind noch Gliederungen des ehemaligen Renaissancegiebels erhalten.
In der Burgkapelle beeindruckt eine barocke Ausstattung mit Kanzelaltar aus der Zeit um 1730.
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Sándor Kotyrba