Stiftskirche St. Servatii
Quedlinburg, Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt
Den frühesten fassbaren Ausgangspunkt der Stiftskirche bildet die Burgkapelle König Heinrichs I., die sich am Ort des heutigen Bauwerks erhob. Vermutlich bereits dem heiligen Servatius geweiht, handelte es sich um eine Saalkirche mit östlich angefügter, kurzer, dreischiffiger Grabkapelle. Vor deren Petrusaltar wurde Heinrich I. im Jahr 936 beigesetzt.
Unmittelbar anschließend entstand hier die Kirche des von Königin Mathilde gegründeten Damenstifts. Der Bau zeigte sich als etwa 52 Meter langer und 10 Meter breiter Saal, dessen Mittelzone beidseits von rechteckigen Annexen mit Emporen begleitet wurde – eine frühe Vorform des späteren Querhauses. Aufgrund der topographischen Lage am steilen Südhang musste das westliche Schiff durch tonnengewölbte Stützbauten gesichert werden; unter dem südlichen Seitenschiff hat sich ein kurzer Abschnitt eines solchen gewölbten Ganges erhalten.
Mit der Überführung bedeutender Reliquien in den Jahren 962/64 erhielt die Kirche zusätzliche sakrale Bedeutung. In diesem Zusammenhang dürfte die sogenannte „Confessio“ entstanden sein, ein kleiner hufeisenförmiger Raum unterhalb des Altars. Die Bestattung Königin Mathildes im Jahr 968 neben ihrem Gemahl unterstreicht die herausragende Stellung des Ortes innerhalb der ottonischen Memorialkultur.
Unter Äbtissin Mathilde begann schließlich ein umfassender Neubau. Ein dreischiffiges Langhaus entstand, das 997 geweiht werden konnte. Gleichzeitig wurden Teile der heutigen Krypta angelegt, vermutlich zunächst als Unterbau einer Westempore. Im südlichen Seitenschiff wurde die bis heute erhaltene Kapelle St. Nikolai in vinculis integriert. Der westliche Abschluss ist nicht eindeutig überliefert, dürfte jedoch einem frühromanischen Westbau mit quadratischem Kern und flankierenden Treppentürmen entsprochen haben.
Mit der Beisetzung der Äbtissin Mathilde im Jahr 999 setzte sich die Nutzung als dynastische Grablege fort. Kurz darauf wurde die Krypta erweitert und vollendet; über ihr entstand ein neuer Chorraum, in dem vermutlich auch der Königssarg neu positioniert wurde. Eingriffe wie die Beseitigung der älteren „Confessio“ und die Neuanlage eines Altars zeigen die fortschreitende liturgische und bauliche Neuordnung. Mit der Weihe von 1021 waren Querhaus und Sanktuarium in ihren Grundzügen abgeschlossen.
Luftbilder vom Schlossberg aus dem Jahr 2026
Stiftskirche St. Servatii
Luftbild vom Schlossberg in Quedlinburg aus Richtung Nordosten mit dem Schlossgarten im Jahr 2026.
Luftbild vom Schloss auf dem Schlossberg in Quedlinburg aus Richtung Südwesten im Jahr 2026.
Luftbild vom Schlossberg in Quedlinburg aus Richtung Nordosten mit dem Schlossgarten im Jahr 2026.
Südansicht vom Schlossberg in Quedlinburg aus Richtung Süden im Jahr 2026.
Luftbild vom Schloss auf dem Schlossberg in Quedlinburg aus Richtung Südwesten im Jahr 2026.
Luftbilder vom Schlossberg aus dem Jahr 2022
Stiftskirche St. Servatii
Luftbild einer Südwestansicht vom Schlossberg in Quedlinburg mit Schloss und Stiftskirche und der Altstadt mit Fachwerkhäusern im Hintergrund.
Luftbild der Stiftskirche St. Servatii auf dem Schlossberg in Quedlinburg mit dem angrenzenden Schloss aus Richtung Südosten.
Luftbild vom Schlossberg in Quedlinburg mit der Stiftskirche, dem Schloss, der Wassertorstraße, Mühlenstraße und Kaiser-Otto-Straße von oben.
Außenbau
Stiftskirche St. Servatii
Blick vom Münzenberg auf den Schlossberg und die Altstadt von Quedlinburg
Ansicht der Stiftskirche auf dem Schlossberg in Quedlinburg im Jahr 2026 aus Richtung Südosten nach der Fassadensanierung am Schloss.
Südostansicht mit Westwerk, Langhaus, Querhaus und Chor im Jahr 2009.
Nordfassade mit Querhaus, Obergaden, Nordportal und Schloss
Innen
Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg
Zentralperspektive durch das Langhaus zum Chor in Richtung Osten
Niedersächsischer Stützenwechsel (Pfeiler-Säule-Säule-Pfeiler) im nördlichen Seitenschiff in Richtung Westen
Nördliches Seitenschiff mit niedersächsischem Stützenwechsel (Pfeiler-Säule-Säule-Pfeiler) in Richtung Osten in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg.
Südliches Seitenschiff mit Niedersächsischem Stützenwechsel in Richtung Osten
Florale Darstellung mit Drachen an einem Würfelkapitell in der südlichen Säulenreihe des Langhaus
Würfelkapitell mit Darstellung von Fabelwesen in der südlichen Säulenreihe des Langhaus
Würfelkapitell mit floraler Gestaltung im Langhaus
Romanischer Bogen unter der Westempore
Langhaus vom Hochchor gesehen in Richtung Nordwesten
Blick vom Chor über den Altar ins Langhaus mit Obergaden
Zentralperspektive vom Hochchor durch das Langhaus in Richtung Westen
Hochchor mit nördlichem Querhaus und Eingang zur Schatzkammer
Fensterlose Ostapsis aus den 1930er Jahren mit Spuren der Nutzung als NS-Weihestätte
Blick in den Hochor mit Kirchengestühl in Richtung Südosten
Südliches Querhaus mit Apsis
Nördliches Querhaus mit Zugang zum Domschatz
Westempore mit Echternacher Stützenwechsel (Pfeiler-Säule-Pfeiler)
Säulenreihe auf der Westempore mit Blick ins Langhaus
Blick von der Westempore in den Kirchenraum mit Obergaden
Südlicher Obergaden mit Langhaus und Chor von der Westempore aus gesehen
Romanische Säulen und Gewölbe in der Vorkammer zum Domschatz
Krypta
unter der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg
Zugang vom Kirchenraum in die Krypta unterhalb des Chor
Romanischer Doppelbogen als Durchgang im Westen der Krypta
Eingang zur Krypta mit Grab von Kaiser Heinrich I.
Zentralperspektive in die Krypta in Richtung Osten.
Ort des Gedenkens
Ostapsis im Raum der Grabstätten
Ansicht von Südosten in den Hauptraum der Krypta
Eingang zu den Grablegen aus Richtung Norden
Eingang zu den Grablegen aus Richtung Norden
Blick von Nordosten in den Hauptraum der Krypta
Wegekapelle St. Nicolai in vinculis im südlichen Seitenschiff der Krypta
Taufbecken und Grabstein in der Krypta
Kapitell in der Krypta
Ionisches Kapitell mit stark abgeschrägtem Kämpferblock in der Krypta
Würfelkapitell an der Grablege der Krypta
weitere Bilder
aus Quedlinburg

















































Sándor Kotyrba
Sándor Kotyrba