St. Ulrici-Brüdernkirche
Braunschweig, Niedersachsen
Luftbilder und Fotos der Brüdernkirche und Brüdernkloster „St. Ulrici-Brüdern“ in Braunschweig von innen und außen mit Hallenkirche, Kreuzgang und Lettner. Die Brüdernkirche war Teil des Franziskanerklosters in Braunschweig, das bis zur Reformation 1528 bestand.
Franziskanerorden und Gründung
- Franziskanerorden gegründet 1210 nach dem Vorbild des Hl. Franziskus von Assisi
- 1215/16: Ansiedlung in Braunschweig durch Kaiser Otto IV. erwähnt, vermutlich 1223 errichtet
- Standort: Nordgrenze der Altstadt auf Grundstück der Herren von Bortfeld
- Erste Klosteranlage: teilweise in der Südseite des heutigen Kreuzgangs erhalten (rundbogige Pforte, kleine Rundbogenfenster)
Neubau im 14.–15. Jahrhundert
- 14. Jh.: großangelegter Neubau von Kirche und Kloster
- 1343: Bauhütte belegt
- 1361: Weihe des Hochaltars für Maria, Hl. Franziskus und Bernward → Chor in Benutzung
- Letzte Stiftung: 1451 → Fertigstellung von Kirche und Klausur
- Nordseite: Strebepfeiler über Grundstücksgrenze → Abschrägungen sichtbar
- Niedrige Seitenkapellen an Übergang Langhaus ↔ Chor
Nutzung nach der Reformation
- 1544: Pfarrkirche St. Ulrici (Ulricikirche auf Kohlmarkt abgebrochen)
- 1569: Teile der Klausur als Zeughaus (Waffenarsenal) genutzt
- 1604: Renaissanceportal an Ostfassade, weiteres Portal an Nordchor-Kapelle
- 1861–65, 1903–04: Restaurierungen
- Zweiter Weltkrieg: schwere Schäden, Kreuzgang erhalten, Wiederaufbau bis 1970er Jahre
Architektur
- Langgestreckter, turmloser Bau (Staffelhalle) → Dachreiter 1714 barock erneuert, 1973 rekonstruiert
- Langhaus: dreischiffig, fünf Joche, Mittelschiff höher (Staffelhalle), Seitenschiffe schmal
- Chor: einschiffig, drei Joche, fünfseitiges Achteck → schlanke Wirkung
- Strebepfeiler außen markant, Spitzbogenfenster mit Maßwerk
- Westfassade: großer Giebel, dreiteilige Vorhalle, Maßwerkfenster über Mittelschiff
- Kreuzrippengewölbe auf Achteckpfeilern, Scheidbögen über leeren Wandflächen
- Lettner (Trennung Chor ↔ Langhaus): ursprünglich Stein, 16. Jh. Holzfiguren, 1865 abgebaut, 1904 neogotisch, 1990er rekonstruiert
- Hochwertiges Chorgestühl 1. Hälfte 15. Jh., Rückwände 1597 bemalt (Reinhold Roggen)
- Flügelaltar Anfang 15. Jh. (Kreuzigung, Marienkrönung, Apostel und Heilige)
- Spätgotischer Taufkessel mit Renaissance-Einfassung
Kreuzgang
- Errichtung ca. 1420, drei Flügel
- Anbindung an Südseitenschiff des Langhauses
- Kreuzrippengewölbe aus Backstein, profiliert, Maßwerkfenster zum Hof
- Westflügel: zweischiffig, Achteckpfeiler
Sonstige Bauteile
- Südlich des Chores: kleine Kapelle mit dreiseitigem Abschluss
- Eigenständig erscheinender zweigeschossiger Gebäudeteil:
- Erdgeschoss: ehemaliger Kapitelsaal, Kreuzrippengewölbe mit Achteckpfeilern, Figurenkonsolen (Ende 14. Jh.)
- Obergeschoss: ehemalige Kirchenbibliothek → heute „Bugenhagenzimmer“
weitere Bilder
aus Braunschweig












Sándor Kotyrba
Sándor Kotyrba