St. Trinitatiskirche

Holzmarkt, Wolfenbüttel, Niedersachsen

Die Trinitatiskirche bildet einen markanten Abschluss des Holzmarktes und ist ein herausragendes Beispiel barocker Sakralarchitektur in Wolfenbüttel. Sie entstand nach dem Abbruch der ursprünglichen Kirche im „Gotteslager“ 1655, deren Gemeinde zunächst den Raum über dem Kaisertor nutzte. Für diesen Vorgängerbau hatte Hans Vredeman de Vries Ende des 16. Jahrhunderts einen Entwurf geliefert. Reste des mit Bossenquadern ausgekleideten Torbogens sind noch in der Ostmauer sichtbar.

Der erste Neubau wurde 1693 durch Abriss des Obergeschosses der Toranlage vorbereitet. Die Weihe erfolgte am Neujahrstag 1700 nach Plänen von J. B. Lauterbach, vollendet von Hermann Korb. Dieser Holz-Zentralbau brannte jedoch bereits 1705 aus. Von ihm sind lediglich Teile der Außenmauern aus dem Ende des 16. Jahrhunderts und die beiden freistehenden Ecktürme mit Durchfahrt im Westen erhalten. Alte Ansichten überliefern Details: eine Freitreppe führte zur mit Doppelpilastern gegliederten Fassade, über dem alten Torgewölbe befand sich der oktogonale Kirchenraum mit zweigeschossigen Emporen, Tambour und geschweiftem Dach sowie niedriger Achtecklaterne.

Luftbild der Altstadt von Wolfenbüttel mit dem Theater, den Wallanlagen, der Trinitatiskirche, der Hauptkirche BMV und dem Schloss.

Außenbau

Die heutige Trinitatiskirche wurde ab 1716 vom Landbaumeister Hermann Korb auf rechteckigem Grundriss mit eingestelltem, gestrecktem Säulenoktogon errichtet. Die Weihe erfolgte Ende 1719, bis 1722 dauerten die weiteren Ausstattungs- und Detailarbeiten an. Ab 1741 diente die Kirche zugleich als Garnisonskirche, was mit einer Erneuerung des Innenraums verbunden war. 1907 erhielt sie einen östlichen Anbau als Winterkirche, heute Sakristei. Eine umfassende Restaurierung von 1963 bis 1965 stellte die Farbgestaltung außen und innen nach Befunden wieder her.

Architektonisch präsentiert sich die Kirche als breit gelagerter, monumentaler Bau mit Barockfassade, deren Türme nach Westen vorgezogen sind. Die Vertikalgliederung erfolgt durch Kolossalpilaster korinthischer Ordnung. Die Mittelachse mit Hauptportal ist nur wenig breiter als die vier übrigen Achsen. Allegorischer Figurenschmuck des bewegten Giebels entstand 1720-1722 durch F. Finck. Die Turmhauben datieren auf 1755 und wurden von J. H. Strauß ausgeführt.

Westfassade der Kirche St. Trinitatis in Wolfenbüttel mit dem Hauptportal und dem allegorischen Figurenschmuck des „bewegten Giebels“.

Die Kirche von innen

Das Innere wird von zehn mächtigen korinthischen Säulen auf hohen Postamenten geprägt, die einen gestreckten oktogonalen Umgang bilden. Der hohe Mittelraum ist mit einem hölzernen Spiegelgewölbe abgeschlossen, umschlossen von zweigeschossigen Holzemporen. Die zurückhaltende Stuckdekoration entlang der Gewölbegrate und des Deckenspiegels wird C. Rossi zugeschrieben. Zu den herausragenden Ausstattungsstücken zählen der Kanzelaltar von 1754 aus marmoriertem Holz von A. Trew zwischen den östlichen Säulen, der ältere Kanzelkorb von 1719 von Jürgen Reupkers sowie der reich geschnitzte Orgelprospekt um 1720, der 1722 durch Herzog August Wilhelm aus der Schlosskapelle in Schöningen hierher übertragen wurde. Ergänzend finden sich zahlreiche ornamentierte Grabsteine des 18. Jahrhunderts, die die historische Funktion der Kirche als Repräsentations- und Begräbniskirche unterstreichen.

Blick von der ersten Empore in Richtung Altar in der Kirche St. Trinitatis in Wolfenbüttel.

Kirchenraum von der zweiten Empore in der St. Trinitatiskirche in Wolfenbüttel nach Osten.

Decke in der Kirche St. Trinitatis am Holzmarkt in Wolfenbüttel.

Orgel in der Kirche St. Trinitatis am Holzmarkt in Wolfenbüttel.

Zweite Empore in der St. Trinitatiskirche in Wolfenbüttel mit Kapitell.

Kapitelle in der zweiten Empore in der St. Trinitatiskirche in Wolfenbüttel.

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