St. Magnikirche

Braunschweig, Niedersachsen

St. Magnikirche zählt zu den ältesten Kirchen Braunschweigs und markiert die früheste urkundliche Erwähnung der Stadt (1031, Bischof Branthog, Halberstadt). Sie liegt im Quartier Altewiek, einer der Keimzellen der späteren Stadt, und bildete ursprünglich das östliche Ende eines langgestreckten Straßenmarktes.

Vorgängerbau und Neubeginn

Erste Magnikirche: Fundamente über die mittleren Chorjoche des heutigen Bauwerks
Flache Raumdecken, keine weiteren Einzelheiten bekannt
1245: Stadtrechte für die Altewiek, Neubau von St. Magni beginnt
Erste Baunachricht (Ablass): 1252
Dreischiffige Hallenkirche mit fünf Langhausjochen von Beginn an
Westbau nach St. Blasius orientiert: riegelartig, Ecken mit Lisenen

Westbau und Portal

  • Vierfach gestuftes, spitzbogiges Säulenportal mit reicher Kapitellplastik
  • Übergang von Kelchblöcken zu schlankeren Kelchknospen
  • Überfangbogen mit weiß-rotem Farbwechsel der Steinlagen – Beispiel mittelalterlicher Farbgestaltung
  • Turmwerk: 1275 Baunachricht, Ablassbrief 1318 bezieht sich auf Errichtung des Kirchenschiffs

Langhaus und Chor

  • Altbau vermutlich in Neubau einbezogen, zunächst als Chor genutzt
  • 15. Jahrhundert: Errichtung des spätgotischen Hallenchores mit fünfseitiger Apsis (Chorpolygon),
  • Strebepfeiler datiert auf 1447
  • Siebenjochige Gesamtanlage: 5 Langhausjoche + 2 Chorjoche
  • Westbau bis 15. Jahrhundert in Arbeit: giebelständiges Glockenhaus zwischen Türmen
  • Nordturm unvollendet

Zerstörung und Wiederaufbau

  • 23. April 1944: Langhaus weitgehend durch Luftmine zerstört
  • Wiederaufbau: 1956–1964, Architekten Pramann und Vogel, moderne Formensprache
  • Nordwand und nördliche Pfeilerreihe beseitigt, neue Betonkonstruktion mit raumhohen Fenstern (Glasmalereien von Hans Gottfried von Stockhausen)
  • Hölzernes Faltdach über den drei Schiffen
  • Südfassade nicht in ursprünglicher Höhe erneuert, fensterlos

Gewölbe und Pfeiler

  • Kreuzförmige Pfeiler mit Kantensäulen, angelehnt an St. Blasius
  • Rundpfeiler als besondere Akzente in den Stützenreihen
  • Frühgotische Zisterzienserbaukunst: kurze Gewölbedienste über Konsolen
  • Kreuzrippengewölbe im Chor, teilweise im westlichen Langhausjoch erhalten
  • Turmräume: Kreuzgratgewölbe

Ausstattung

  • Chor fast in spätgotischer Erscheinung erneuert, Zwerchgiebel hinzugefügt
  • Barocker Hochaltar (1730–34, Detlev Jenner) am Übergang vom Südseitenschiff zum Chor
  • Plastik „Der Rufer“ von Bodo Kampmann als Denkmal für die Zerstörung

St. Magnikirche verbindet die lange Geschichte Braunschweigs mit spätgotischer Architektur und moderner Nachkriegsbaukunst und prägt das Quartier Altewiek bis heute.

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