Marktkirche St. Cosmas und Damian
Goslar, Niedersachsen
Ihre erste Erwähnung fand die Marktkirche im Jahr 1151 als ecclesia forensis. An der Stelle des heutigen Sakralbaus existierte bereits ein Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert dessen Gemeinde schon 1108 Erwähnung fand. Bei der Errichtung des Sakralbaus orientierte man sich an der Formgebung des Goslarer Doms. Die einst dreischiffige Basilika zeigt im Grundriss eine klassische Kreuzform mit Lang- und Querhaus im Gebundenen System. Durch die Nähe zum Rathaus und zum Markt wurde die Kirche im Mittelalter vorwiegend vom Stadtrat und den umliegenden Gilden genutzt.
Das Westwerk mit seinem wuchtigen Unterbau ist vermutlich noch Teil des Vorgängerbaus. Die beiden achteckigen Türme aus dem 13. Jahrhundert sind mit etwa 66m gleich hoch. Nach einem Brand 1589 erhielt der Nordturm 1593 eine offene Laterne mit welscher Haube. Beide Turmhauben wurden nach einem weiteren Brand 1844 erneuert. Eine Erweiterung des Chors um 1300 und das Anfügen zweier weiterer Seitenschiffe (nun fünfschiffig) Ende des 15. Jahrhunderts vollendeten das äußere Bild der Marktkirche.
Der Innenraum hatte ursprünglich eine typische romanische Flachdeckung. Die Gewölbe wurden erst ab dem 13. Jahrhundert eingezogen. Hervorzuheben ist der spätromanische Fensterzyklus von ca. 1250 mit Abbildungen der Heiligen Cosmas und Damian. Ein Meisterwerk mittelalterlicher Glasmalerei. Reste spätgotischer Malereien (um 1440) sind im südlichen Querhaus zu finden. Sie stellen die Versuchung durch den Satan und die Anbetung des Goldenen Kalbs dar.
Die Ausstattung des Innenraums stammt vorwiegend aus der Renaissance und dem Barock. Wobei
das Hauptaugenmerk auf dem 1659 von Andreas Gröber geschaffenen Hochaltar liegt. Hinzu kommen das Taufbecken (1573) mit Flachreliefs von Magnus Karsten und die reich verzierte Holzkanzel mit acht Reliefdarstellungen vom Sündenfall Adams und Evas bis zur Himmelfahrt Christi. Der Erschaffer dieses Werks hat sich im ersten Relief mit seinen Initialen HS (Hans Seek) verewigt.
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Sándor Kotyrba
Sándor Kotyrba