Herrenhaus Achim
Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
Das Gut Achim wurde 1701 von Friedrich von Steinberg übernommen, der unter der Herrschaft Anton Ulrichs mehrere einflussreiche und gut dotierte Ämter bekleidete. Steinberg war bereits Bauherr des Schlosses Brüggen bei Alfeld/Leine und ließ nach 1701, vermutlich nach Entwurf des Braunschweiger Hofbaumeisters Hermann Korb, auch das Herrenhaus Achim errichten. Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz und wird schrittweise unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert.
Das zweigeschossige Herrenhaus ist als Fachwerkbau mit insgesamt elf Fensterachsen und Walmdach konzipiert. Den Kernbaukörper durchzieht ein höherer, dreiachsiger Mittelrisalit, der mit Dreiecksgiebeln akzentuiert ist. An den Seitenfronten sind weitere giebelüberdeckte Risalite angeordnet. Die Fassaden sind insgesamt schlicht gehalten und ohne vertikale oder horizontale Gliederungen farblich einheitlich überfasst. Die westliche Gartenfront wurde um 1790 in Backsteinmauerwerk mit Werksteingewänden erneuert. Ein Eingangsvorbau an der Hofseite entstand um 1900.
Die Innenräume des Herrenhauses sind weitgehend in historischer Substanz erhalten. Vom Vestibül führt eine dreifache Bogenstellung in das großzügige Treppenhaus sowie zum Garteneingang. Im Obergeschoss des Mittelrisalits liegt der eineinhalbgeschossige Festsaal, dessen Wandarchitektur durch korinthische Pilaster gegliedert ist. Die Decke des Saals trägt ein Gemälde von Tobias Querfurt, das zwei Personengruppen zeigt: Es handelt sich dabei wohl um den Bauherren Friedrich von Steinberg, Herzog Anton Ulrich, einen Geistlichen, den Maler selbst und vermutlich um ein Porträt des Baumeisters Hermann Korb.
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