Breites Tor

Goslar, Niedersachsen

Die älteste Datierung einer Stadtbefestigung geht bis auf das Jahr 1181 zurück. Sie umschloss rautenförmig die gesamte Altstadt und den Pfalzbezirk mit durchschnittlich 1,5 m dicken und 10 m hohen Mauern. Mit Gräben und Wällen gesichert, boten insgesamt 12 Tore Einlass in die Stadt Goslar. An strategisch wichtigen Positionen entstanden, im Grundriss rechteckige oder halbrunde, Verteidigungstürme. Oft zur Stadtseite geöffnet, wurden diese später zu Wohnzwecken umgebaut. Erhaltene Beispiele dafür sind der Teufels- und der Weberturm in der Mauerstraße sowie der Kegelworthturm von 1459 in der Glockengießerstraße. Ein- und Ausfluss der Abzucht (S. 52) wurden zusätzlich durch Türme gesichert. Leider sind aus dem 12. bis 14. Jahrhundert keine Toranlagen mehr erhalten.

Eine Ausnahme ist das 1443 erneuerte Breite Tor im Osten der Stadt. Aufwendig und mit
mächtigen Schutztürmen ausgestattet, diente es zu dieser Zeit als Wehranlage für die Hauptzufahrt zur Stadt. Ausschlaggebend für die Erneuerung und Erweiterung der Anlage war das Aufkommen der Feuerwaffen. Die veralteten Stadtmauern mussten den neuen militärischen Gegebenheiten angepasst werden. Östlich des bestehenden Tores wurde der gewaltige Rieslingturm mit ca. 20m Durchmesser errichtet. Nach den Umbauten im 15. Jahrhundert gab es in Goslar nur noch fünf Stadttore.

Der südlich an das Breite Tor anschließende Werderhof (S. 54/55) ist ebenfalls erhalten. In der Torkaserne, zwischen dem Inneren und dem heute nicht mehr vorhandenen Äußeren Tor gelegen, waren die Truppen zur Stadtverteidigung untergebracht.