
Schloss Ballenstedt
Schloss Ballenstedt, Wahrzeichen der kleinen anhaltinischen Residenzstadt, beeindruckt mit seiner weithin sichtbaren Schlossanlage und dem markanten Westbau der ehemaligen Stifts- und Klosterkirche. Die Stadt Ballenstedt wurde 1030 erstmals in einer Urkunde des Grafen Esico erwähnt, dessen Schwester Uta eine der Stifterinnen des Naumburger Doms war. Für 1046 ist die Weihe eines Kollegiatstifts belegt, das 1123 von Albrecht dem Bären in ein Benediktinerkloster umgewandelt wurde. Er wählte es 1170 zu seiner Grablege. Nach der Beschädigung im Bauernkrieg ließ Fürst Wolfgang von Anhalt-Bernburg die Stifts- und Klostergebäude zur Nebenresidenz umbauen.
Eine Darstellung aus dem 17. Jahrhundert zeigt neben der Kirche Gebäude mit den für die Renaissance typischen Zwerchhäusern und geschweiften Giebeln. Der Kernbau der Schlossanlage wurde im 18. Jahrhundert weitgehend umgestaltet. Er besteht aus drei Flügeln, die U-förmig nach Osten geöffnet sind. Eine schnurgerade Allee, angelegt im frühen 18. Jahrhundert, führt vom Ostflügel in den alten Stadtkern.
Der Nordflügel des barocken Schlosses (1748 datiert) steht auf dem Bereich der ehemaligen Klosterkirche und stößt westlich an den monumentalen Westbau. Die Ostfassade wird durch einen halbrunden Vorbau bestimmt, der Teile der ursprünglichen Chorapsis enthält und den Altarraum der barocken Schlosskapelle beherbergt. Im Untergeschoss sind Reste der romanischen Krypta aus dem 12. Jahrhundert erhalten, darunter reich verzierte Kapitelle. Die Hoffassade des Nordflügels betont ein Mittelrisalit mit Freitreppe, Portal und ionischer Pilasterordnung, der Risalitgiebel ist mit barocken Wappendarstellungen und Fruchtgehängen geschmückt.
Der Südflügel beherbergt das Treppenhaus und Repräsentationsräume. Hier befinden sich der Weiße Saal und das Römische Zimmer mit Rokoko-Stuckaturen, bemalten Leinwandtapeten mit idealisierten römischen Ruinenlandschaften und Fensternischen, die mit römischen Kaisermünzen verziert sind. Der Westflügel schließt an den romanischen Westbau der einstigen Stiftskirche an und birgt noch Klausurräume des 12. Jahrhunderts mit Kreuzgratgewölben; Fensteröffnungen künden von der Renaissancebauperiode.
Von 1763 bis 1865 war Ballenstedt ein eigenständiges anhaltinisches Fürstentum. Der Schlosspark im Norden und Westen nutzt die reizvolle Topografie optimal aus. Nach 1859 wurde der Park nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné neu gestaltet, inklusive terrassenförmiger Wasserbecken, Springbrunnen wie der Drachenfontäne und Plastiken. Zum Parkbereich gehört auch das 1770 gebaute Jagdschlösschen auf dem Röhrkopf.
Weitere Residenzbestandteile sind das 1788 errichtete frühklassizistische Schlosstheater und der 1820 erbaute Marstall. Entlang der Allee stehen barocke und klassizistische Häuser für Hofbedienstete, die den Auftakt zum Residenzbereich bilden.
Schloss Ballenstedt ist ein herausragendes Beispiel einer kleinen Residenz des 18. und 19. Jahrhunderts, das Architektur und Landschaft in harmonischer Weise verbindet.
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Sándor Kotyrba
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